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Presse

Bilder statt Pillen und Bandagen

Künstlerin PETRA KRISCHKE hat in der alten Humboldt-Apotheke ein Atelier samt Produzentengalerie eingerichtet.

Diskretion. Abstand bitte!, fordert der Aufkleber auf dem Fußbo­
den gleich hinter der alten Eingangs­tür. Doch das genaue Gegenteil ist er­wünscht: Man möge bitte eintreten und auf Tuchfühlung gehen mit der Kunst, die dort präsentiert wird. In der traditionsreichen Humboldt-Apo­theke in der Nürnberger Südstadt hat die Künstlerin Petra Krischke nun ihr Atelier und eine Produzentengalerie eingerichtet. Die Aufforderung zur Diskretion ist ein Relikt aus alten Zei­ten, als an den Wänden des Hauses aus der Jahrhundertwende noch kei­ne Gemälde, sondern Schränke voller Pillen, Tinkturen und Pflaster hin­gen. Liebevoll und aufwendig hat die Künstlerin die seit sechs Jahren leer­stehenden Räume in monatelanger Arbeit hergerichtet – und Wert dar­auf gelegt, dass deren · Patina und Charme erhalten bleiben. In die Süd­stadt radelt sie nun, sofern das Wet­ter mitspielt, täglich von ihrem Wohnort Heroldsberg, um ari ihren durch eines aus: Starke Farben auf rohem Leinen. Doch wer zum Bei­spiel kürzlich die Blaue Nacht be­sucht hat, der weiß, dass Krischke bei­leibe nicht nur Malerin ist, sondern auch Performance- und Objektkünst­lerin und Skulpturen mit Vorliebe näht. ,,Ich möchte nicht immer das Gleiche machen, sondern Neues. Immer wieder bei Null anzufangen, ist anstrengend und aufreibend, aber interessant”, sagt die 58-Jährige.
Ihre Laufbahn ist untypisch: ,,Ich habe sehr spät freie Malerei an der Nürnberger Kunstakademie studiert und war die älteste Studentin dort”, sagt Krischke, die drei Söhne hat. Die Kinder waren auch der Grund für das späte Studium, das sie mit 45 Jahren begonnen – und genossen – hat.
Für Förderpreise oder Stipendien war sie stets zu alt, hat aber zwischen 2005 und 2011 jährlich einen der ers­ten Plätze beim Lauter Kunstpreis gewonnen, 2017 den 2. Preis bei der Ortung in Schwabach und 2019 den 2. Preis bei der Blauen Nacht mit ihrer Performance „Himmel & Hölle to go”. Alle Preisgelder hat sie gespart und nun in ihr Apotheken-Atelier gesteckt.
In ihren neuen Räumen zeigt sie ausschließlich auch neue Arbeiten – und das ganze Spektrum ihres Schaf­fens: Eine lebensgroße Venuspuppe aus Leinen, in akribischer Detailar­beit genäht, steht zur Begrüßung an der Eingangstür; im Schaufenster hängen Objektbilder mit Durchbli­cken, die Krischke auch mit Nadel und Faden und als eine eigenwillige Mischung aus Malerei und Skulptur geschaffen hat; an den Wänden fin­den sich figürliche Gemälde in schril­len Farben, die mit Fäden oder Bällen aus der Leinwand in den Raum wach­sen. Tiere, auch Fliegenpilze sind wiederkehrende Motive in den sehr erzählerisch wirkenden Gemälden auf grau-braunem Leinen, das in Kon­trast steht zu den starken Farben. überhaupt geht es Petra Krischke oft um Kontraste – zwischen schönem und Hässlichem, Bewegung und Sta­tik, malerisch fein ausgearbeiteten Partien und solchen, auf denen sie vehement den-Pinsel schwingt.

 

Birgit Ruf NN 04.06.2019

Einfach himmlisch

Mit ihrer Installation für die BLAUE NACHT spielt Petra Krischke auf das „Orakel von Delphi” an. Trotz schlechter Wetterprognosen geht die Großveranstaltung wie geplant über die Bühne.

Arktische Kaltluft, schauerartige Regenfälle – mit ihren Progno­sen für den heutigen Samstag machen die Meteorologen keine Hoff­nung auf eine laue Blaue Nacht. Doch die Veranstalter vom städtischen Pro­jektbüro nehmen es gelassen. Es habe schon ein paar Mal kühlere Blaue Nächte gegeben, das sei nur eine Frage der richtigen Kleidung, sagt Christei Passmann vom Projekt­büro. Abgesagt wird jedenfalls nichts, der meiste Teil des üppigen Programms geht ohnehin im Inneren über die Bühne. ,,Die Leute sollen in die Häuser reingehen und sich Kunst und Kultur angucken”, rät Pass­mann. Das allerdings geht nur mit Ein­trittskarte, das Ticket ist heute über­all in der Stadt an mobilen Verkaufs­ständen zu haben. Damit kann man ab 19 Uhr alle 80 teilnehmenden Kunst- und Kulturorte besuchen – und zum Beispiel an Kurzführungen in diversen Museen teilnehmen, sich in der Stadtbibliothek dem Crowd­singen mit dem Ohm-Chor anschlie­ßen oder im Rathaus mit der Caul­bums Ceilidh Band tanzen.

Die Karte ebnet auch den Weg zu den zehn Beiträgen des Kunstwettbe­werbs, die schon gestern Abend im Rahmen einer Preview zu sehen waren. Passend zum Motto „Himmel und Hölle” kann man zum Beispiel ein Stück vom Himmel mit nach Hau­se nehmen – jedenfalls, wenn man eine Stippvisite im Garten der Kunst­villa in der Blumenstraße einplant und dort das Himmelstor passiert. Dann führt der Weg direkt zu Petra Krischke, die für die Besucher „Him­mel und Hölle to go” bereithält.

Im Rabmen ihrer interaktiven Per­formance schöpft sie aus einem großen Kessel Ultramarinpigment, das natürlich viel mehr ist als schnö­de Farbe. ,,Kleine Engel haben es im Himmel gesammelt”, sagt die Künstlerin mit einem Augenzwinkern. Ihre Installation sei eine Art „Orakel von Delphi”. Während sie am Himmelstisch kleine Leinenstücke mit Himmelsnektar beträufelt und dann die blaue Farbe aufbringt, sollten die Zuschauer nur Gutes denken – denn das wirkt sich auf das Orakel aus. Auf der anderen Seite der Kunstvilla war­tet zudem das Höllentor, wo Krisch­ke die Erinnerung an dunkle Taten mit Ruß direkt „aus der Hölle in finst­rer Nacht aus dem Burggraben herauf­beschworen” aufs Leinen bannt.
In einem kleinen Karton können die Besucher ihr ganz persönliches Orakel mit nach Hause nehmen und sich dabei fragen, welche Seite wohl schwerer wiegt, die Hölle oder der Himmel. ,.Wobei so ein Orakel natür­lich immer Auslegungssache ist”, sagt Krischke, die schon mehrfach an der Blauen Nacht beteiligt war.

Damit alle Nachtschwärmer nach Hause kommen, fahren die U-Bahn­Linien bis etwa 2.50 Uhr im Zehn­Minuten-Takt. Auch die Straßenbah­nen sind häufiger unterwegs, sie fah­ren mit Ausnahme der Linie 7 und den Bussen des Schienenersatzver­kehrs bis 22.30 Uhr im 20-Minuten­Takt. Zudem schickt die VAG bei Bedarf mehr Nightliner auf die Stra­ße. Sollten sehr viele Menschen im Bereich Rathaus/Hauptmarkt unter­wegs sein, werden die Buslinien 37, 46 und 47 umgeleitet oder verkürzt.

Silke Roennefahrt NN 04.05.2019

Abtauchen im Schloss

„Splash!”: Ausstellung in HEROLDSBERG präsentiert eine kleine Kunst- und Kulturgeschichte des Badens. voN REINHARo KALB

Springt der deutsche Badegast ins Wasser, macht er „Plumps”. Der Zeitgeistangepasste hingegen bevor­zugt „Splash”. Das evoziert natürlich die Titel von David Hockneys Swim­mingpool-Bildern. ,,Splash!”, so heißt auch die kleine Kunst- und Kul­turgeschichte des Badens im weißen inigen Leihgaben aus Nürnberg und der eigenen Provenienz. Etwa Skiz­zenbücher und Ölgemälde des Malers Fritz Griebe!, der im Herolds­berger Freibad Figurenstudien betrieb. Auch Eitel Klein wirft 1965 einen eher untypischen, da vertika­len Blick aufs Heroldsberger Bad, eine Fata Morgana in Türkis. Der Barock ist mit einem Kupferstich­Faksimile vertreten, einer drallen ,,Susanna im Bade” von Annibale Car­racci.

Weibliche Reize
Der Anblick weiblicher Reize erhöht sich noch durch den Ruch des verbotenen. Dem trägt die Ausstel­lung Rechnung mit einem Aktbild von Paul Chabas aus der Spätzeit der Salonmalerei. Drei Badenixen, denen das klare Wasser gerade bis zum ent­zückenden Popöchen reicht, ertappen den Maler/ Betrachter beim Gaf­fen.

Während die eine Dame ihre Reize

erschrocken verhüllt, blickt eine andere Frau den Betrachter über die s Schulter herausfordernd an. Den Voyeurismus auf die Spitze treibt die Präsentation zweier Miniaturen: den Anblick von Diana und Aktaion bezie­hungsweise das Brustbild einer Bade­fee erhascht der Besucher nur durch den Blick durchs Schlüsselloch. Das dritte Gelass entwirft (unter­legt mit dem Schlager „Pack die Bade­hose ein”) eine kleine Kulturge­schichte des Badens. Während im Mittelalter Männlein und Weiblein im Zuber gemeinsam speisten und einander ergötzten, galt im Barock das Wasser als gefährlich und man pflegte sich mit Puder und Parfüm.

Petra Krischke 15.05.2019

Nürnberg – Rund 130.000 Besucher haben die 15. Blaue Nacht trotz der kühlen Witterung zu einem Erfolg gemacht.

Mehr als 60 Museen, Theater, Clubs und andere Kultureinrichtungen hatten für etwa 250 Ausstellungen, Installationen, Tanzaufführungen, Lesungen und Konzerte am Samstag ihre Pforten geöffnet. Vorallem die Außenpräsentationen wie die Illumination der Burg, der Plastiktütenwald auf dem Hauptmarkt und ein gemeinsames Konzert der Staatsphilharmonie und der Salsaformation Conexion Latina entpupten sich von einbruch der Dunkelheit an als Publikumsmagneten.
Zu einem besonderen Anziehungspunkt wurde auch die “Sommerplanetenkunstwiese” der Künstlerin Petra Krischke, die den Burggarten auf der Vestner Torbastei für eine Nacht in unwirckliches Grün tauchte. Die diesjährige Kunst- und Kulturnacht stand unter dem Leitmotiv “Sehnsucht”

NN 05.05.2014

In this picture a visitor sits in the middle of the art installation ‘Sommerplanetenkunstwiese’ (summer planet art meadow) created by Petra Krischke during the Blue Night, a long night for art and culture, in Nuremberg, southern Germany. — AP

Kuwait Times 6.05.2014

Frischer Wind im Rathaus

Heute Lockt Nürnbergs Kulturnacht mit mehr als 250 Angeboten. Im Rathaus zum Beispiel drehen sich Windräder.

NZ 3/4.05.2014

Kreatives Kontrastprogramm: Die Klasse Reuter stellt aus, .die Klasse Winter interveniert

Die neu eröffnete Akade­mie-Galerie in der Adler­straße setzt ihr Ausstel­lungsprogramm mit den Klassen von Hans Peter Reuter und Georg Winter fort. Eine denkbar konträre Kombination, deren einzige Schnitt­stelle der Abschied bei­der Professoren von der Kunstakademie ist. Für _Helmut Kohl hat Hans Peter Reuter nie be­sondere Sympathien ge­hegt. Doch einen ‘Satz des ·Alt-Bundeskanzlers unterschreibt der soeben emeritierte Kunstprofes­sor ohne wenn und aber: „Entscheidend ist, was hinten rauskommt.” Und was da raus­kommt, bei seiner letzten Akademieklasse, das ist -zu Reuters eigenem Er­staunen -inzwischen wieder überwiegend Ma­lerei, sehr attraktive Ma­lerei, in die anscheinend auch ein paar -andere unverrückbare Grundsätze des Lehrers eingeflossen sind, wie: ,,Keine• Angst vor nix, auch nicht vor der Tradition” – oder: ,,Ein Bild muss eine Seele haben”, aber auch: ,,Beim Malen das Denken nicht vergessen.”
Für die Ausstellung lud der 64-Jäh­rige alle seine Schützlinge ein, eine „Hühnerhof-Ausstellung” sollte es aber nicht werden. Tatsächlich gehen die insgesamt 52 Arbeiten der 23 jun­gen Künstlep.nnen und Künstler bes­tens zusammen. Das liegt bei aller Unterschiedlichkeit der Malstile und …

Sommerparty zur großen Jahresaussellung der Nürnberger Akademie: 300 Studenten zeigen ihre Werke

Hier ist man nichtmal auf dem Klo sicher: 300 Studenten der Nürnberger Kunstakademie haben ihren Campus kurz vor den Semesterferien  wieder in einen einzigen Kunstraum verwandelt. In den Pavillions und der Aula, auf der Wiese und in Büschen warten hunderte von Kunstwerken darauf, entdeckt zu werden.

Manches ist nicht zu übersehen, etwa das hübsche Zirkuszelt in dem Dashdemed Sampil vor dem Eingang zu Klasse Angermann seine eigenwilligen Menschenbilder Präsentiert. Anderes ist nicht zu überhören wie die Klanginstallation aus Festplatten von Alexander von Prümmer.

Im Teich versenkt

Mitunter muss man aber schon sehr aufmerksam sein, um die Kunst nicht zu übersehen. Der Überraschungseffekt ist dann aber umso schöner, wenn man zum Beispiel die ebenso witzigen wie winzigen Kunst-Inseln von Sebastian Dröger entdeckt. Aus Menschen-, Tier- und Pflanzenfiguren von Modelleisenbahnanlagen  hat er an den unmöglichsten Orten in und vor der großen Ausstellungshalle kleine Szenen gebaut – im Aschenbecher , auf Außenwänden, im Fensterrahmen. Und wer den neuen kleinen Seerosenteich vor dem Haupteingang für eine gute Tat des Gärtners hält, der sollte ganz genau unter die Wasseroberfläche schauen. Petra Krischke hat nicht nur den Teich ausgehoben, mit Gewächsen und Fischen bestückt, sondern für ihr Titelloses Werk auch noch ein Frühstück für zwei Personen darin versenkt: Mit Kaffee und Tee gefüllte Tassen (zumindest sieht es so aus), Croissants und Brötchen. Apropos Essen: Für stilvolles Essen halten die Gold- und Silberschmiede in ihren Klassenräumen wieder einige Vorschläge bereit: Klassische Salzstreuer, Flambierlöffelchen für den Espresso-zucker und weiche Pfeffermühlen mit Silikonhaut gehören dazu. …

Birgit Ruf NN 05.05.2014

Zauberhafte Planetenwiese

Petra Krischke gewann den Publikl!Jmspreis im Kunstwettbewerb der Blauen Nacht

Die Besucher haben abgestimmt: An die „Sommerplanetenkunstwiese” von Petra Kriscbke gebt der mit 5000 Euro dotierte Publikumspreis der N-Ergie im Kunstwettbewerb der Blauen Nacht. Die Installation aus 3000 grün leuch­tenden Glasfaserlampen auf der Vest­nertorbastei war für mehr als jeden fünften Teilnehmer der Abstimmung der F1avorit. Die zauberhafte Atmo­sphäre, die dadurch entstand, begeis­terte viele. Zur Wahl standen 13 …

aus 186 Bewerbungen von Künstlern aus aller Welt für die „Blaue Nacht” ausgewählt hatte. Petra Krischlce, die derzeit gerade ihr Studium an der Akademie der Bildenden Künste abschließt, war dabei gleich mit zwei Kunstprojekten beteiligt. Neben der „Sommerplanetenkunstwiese” hatte die Heroldsbergerin im Historischen Rathaussaal einen Windpark aufge­baut.
Angetan waren die Besucher auch von der Installation „Old Ladies” von Manuela Karin Knaut. Ihre sprechen …

Abstimmung auf dem zweiten Platz. Den dritten Platz belegte die „Endless Polka” von Stanislaus Müller-Härlin, der in der Tiefgarage im Hof der Agen­tur· für Arbeit Modelleisenb11l:inen end­los kreisen ließ, die düstere Schatten­spiele an die Wand warfen. Als Vor­lage dienten dem Zeichner Pressefo­tos vom Bürgerkrieg in Syrien und dem Konflikt in der Ukraine.
Gewonnen haben auch einige Teil­nehmer der Abstimmung. Die N-Ergie verloste unter ihnen unter anderem

 

NN 07.06.2014

A new way to preserve love?

 

BBC 09.05.2014

EIN BUNTES BÜCHERREGAL-WANDBILD ist für die Gemeinde­bücherei in Heroldsberg entstan’den. Unter der Leitung von Petra Krischke (2. v. li.), die kürzlich mit dem 3. Preis beim „Kunstprei1:1 der Nürnberger Nachrichten 2008″ ausgezeichnet wurde, pinsel­ten diese 14- bis 17-jährigen Mädels das dekorative Bild, das am 17. 9. feierlich im Eingangsbereich der Bücherei aufgehängt wird. Deren Leiterin Marlls Hesselbach (re.) war begeistert und weist zudem darauf hin, dass im Rahmen des Ferienprdigramms am Don­nerstag,- 21. August, ab 19 Uhr, ein ,Knolle-Murphy-Lese-Abend” für Kinder von acht bis zehn Jahren fäuft. Foto: Edgar Profgner’

 20.08.2008

Dunkelwerke 90480 – Studenten der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg

‘Was, wenn ein Maler sich der Skulptur zuwendet, wenn man anstelle groß klein denkt, Sichtbares unsichtbar werden soll, nicht Greifbares den Versuch unternimmt, erlebbar zu werden? Was, wenn die üblichen, bisher eingegangenen Wege im Rahmen der Ausbildung an einer Kunsthochschule in Frage gestellt werden, sich die Möglichkeit bietet, neu oder anders zu agieren, ungezwungen und frei von Erfahrungen und Strukturen eines nach Disziplinen geordneten Klassenverbundes? Was, wenn das Scheitern zu einer Kategorie des Schönen erhoben wird?

Im Rahmen einer Gastprofessur des Münchner Künstlers Benjamin Bergmann an der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg setzten sich im Wintersemester 2008/2009 Studierende mit diesen Fragestellungen intensiv auseinander. Es wurde der Versuch unternommen, die Grenzen wurde der Versuch unternommen,, die Grenzen zwischen den jeweiligen Disziplinen zu ignorieren und sich dem Fremden und Unbekannten zu stellen. Mut und Freiheit zur Selbsterkundung waren Voraussetzung, während Erfolg und Misserfolg im Rahmen dieser Erkundung gleichberechtigt auf einer Stufe standen. ”

Neun Studenten der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg zeigen die Ergebnisse im Rahmen einer vertieften “Leistungsschau” in den Kellerräumen sowie im ersten Stock der Kunsthalle in der Lothringer Straße München. Die eigens dafür entstandenen Arbeiten setzen sich mit den spezifischen Gegebenheiten des Ortes auseinander. Dabei stehen sie in deutlichem Kontrast zu den Kellerräumen, die als Unort üblicherweise nicht für Ausstellungen genutzt werden. Aber gerade die besondere Atmosphäre der Dunkelheit und Ungewissheit ist ein wesentlicher Bestandteil des Ausstellungskonzepts.

Es geht nicht um die Präsentation des großen Kunstwerks im Rampenlicht. Vielmehr reagieren die Studenten auf ihr Privileg als Künstler: Es ist die Herausforderung, sich immer wieder an unterschiedlichen Orten aufzuhalten, sich mit diesen auseinander zu setzen und sie – für die Dauer eines Projektes – in Besitz zu nehmen. Es ist die Freiheit, heute einen Gedanken zu fassen und ihn am folgenden Tag in die Tat umzusetzen.

Thea Möller (Projektion), Michael Seidner (Malerei), Michael Dietlinger (Minutegeschichte), Rene Hüls
(Blume), Petra Krischke (Schuhregal), Daniel Kiss (Spargelkönig, Rohrschachtest), Beate Zollbrecht
(keine Angabe), Karolin Pein Kuceia (Film), Jens Olezauber (gespielter Tropfen).

Im Kellergeschoss werden Einzelarbeiten gezeigt und im ersten Stockwerk entsteht eine Gemeinschaftsarbeit. Im Mittelpunkt dieser Arbeit könnte ein Salzsee stehen. Vielleicht aber auch nicht. (Pressetext: Lothringer 13, München)

 

MONOPOL 2009

Schnellboot verdrängte die Gondel

Die Heroldsberger Malerin Petra Krischke konfrontiert in ihren Werken Kitsch und Klischees-mit der Realität

HEROLDSBERG -Der Eingangsbereich mutet an wie das Entree eines toski­nischen Landhauses. Mar­morfließen und· filigrane Glasarbeiten geben den Blick frei auf eine große Fenster­front mit Aussicht ins Grüne, schwere alte Möbel unter­streichen den hallenartigen Charakter des Wohnberei­ches, der sich bis zum Dach des von außen eher unschein­baren Hauses erstreckt. Der Blick in die• große Wohn­küche bestätigt die Vermu­tung. Olivenmalereien, alte Fliesen, hier liebt jemand das mediterrane Landleben und den Traum vom Häuschen am Mittelmeer. Doch halt, was ist das? Was hat das kitschige Aqua-1 rell, das von der Galerie im ersten Stock herunterleuch­tet, ·hier zu ·suchen? Bunte­Blumenmalereien in einem Plastikrahmen?-fünd dann sind da noch diese riesigen Gemälde mit Neonschimmer, die überall im Wohnbereich an den Wänden lehne, so als gehörten sie gleich abgeholt.

Nein da sucht jemand denBruch in der Idylle, das ist klar. Hausnmin Petra Krisch­ke lacht und nickt: ,,Der Ver­stand mag den Kitsch nicht,· aber das Gefühl liebt ihn”, sagt sie, ,,das ist der Zwie­spalt”. Bruch in der Idylle, das ist klar. Hausnmin Petra Krisch­ke lacht und nickt: ,,Der Ver­stand mag den Kitsch nicht,· aber das Gefühl liebt ihn”, sagt sie, ,,das ist der Zwie­spalt”.
Gratwanderung
Genau diese Ambivalenz in ihrer Arbeit hat der 47- jährigen Malerin aus Herolds­berg in den letzten Monaten viel Aufmerksamkeit be­schert. Denn ihre riesigen, wandfüllenden Ölgemälde., deren Motive sie am liebsten -wo sonst -in Venedig fin­det, sind eine haarscharfe Gratwanderung zwischen Ästhetik und Kitsch. Und fas­zinieren durch ihre filigrane Ausführung, so dass Kunst­liebhaber aus der -Region darauf aufmerksam geworden …

Isabel Krieger 28.09.2008

IYL 2015 – Licht und Natur

Die angestrebten Aktivitäten der UNESCO im Rahmen des Internationalen Jahr des Lichts wurden in die Themenfelder Licht-Technologie, Wissenschaft des Lichts, Licht in der Na-tur, Licht und Kultur sowie in themenübergreifende Aktionen gegliedert, die alle die zentrale Bedeutung von Licht aufzei-gen sollten. Es zeigt sich nun nach Abschluß des Jahres 2015, dass der Hauptanteil der Veranstaltungen den beiden technisch-wissenschaftlichen Kategorien zugeordnet wer-den kann, während zumindest in der Schweiz Beiträge aus der künstlerischen Szene unterrepräsentiert sind. Das ist bedauerlich und entspricht auch nicht den Intentionen von IYL2015; aber es ist auch nicht verwunderlich, denn das Zu-sammenwirken überfordert oft (noch) beide Seiten, Künstler sowohl wie Wissenschaftler. Es gibt aber auch löbliche Ge-genbeispiele:
Während wir das Phänomen Licht spektakulär in Naturer-scheinungen wie z.B. Sonnenuntergängen seit alters her geniessen, ermöglicht die Verwendung neuartigen Lichtes die Natur so zu verfremden, dass sich ihr Charakter in neu-artiger und anregender Weise dem Betrachter erschliesst. Im Folgenden sei eine Licht-Performance der Künstlerin Petra Krischke aus dem Jahre 2014 vorgestellt, in der sie, die Ideen von IYL2015 vorweg nehmend, den Physikern vertrauten Ansatz, mit Licht spezielle Naturreaktionen aus-zulösen, in einer originellen Aktion umsetzte.
Die Künstlerin hatte dazu in aufwendiger Installationsarbeit 3000 LEDs an Glasfaserbündel gekoppelt und das Ensem-ble als photonische Wiese unter Bäume gelegt. Das grü-ne, leicht blauhaltige Kunstlicht erreichte den Betrachter auf verschiedenen Pfaden: Zum einen leuchteten die Fa-serbündel als ein für sich wogendes Kollektiv, zum andern verfälschten sie das Naturgrün der bestrahlten Baumblätter in ungewohnter Weise, und zusätzlich erfolgte eine diffuse Reflexion mit wiederum leicht anderem Grünstich durch die Bodenfolien. Der optische Eindruck, geprägt durch unna-türlich starke Kontraste, wurde durch punktuell eingesetz-te Rot- und Blaulicht LEDs aufgelockert. Jeder dieser drei Lichtpfade zeigte ein anderes zeitliches Verhalten: während sich die Fasern sehr schnell im Wind bewegten, unterlag das von den Blättern reflektierte Licht zusätzlich einer zeit-lich träger ablaufenden Bewegung, während die Bodenreflexion mehr statisch ablief. Der menschliche Betrachter mit seiner ausgeprägten Grün-Sensitivität erlebte die zeitlich-räumliche Erratik dieses Wechselspiels von Natur und Kunst sowohl fasziniert wie irritiert. Krischke gewann mit dieser Arbeit den Publikumspreis der Blauen Nacht 2014 (www. blauenacht.nuernberg.de/Archiv%202014) in Nürnberg.

Sommerplanetenkunstwiese
Anlässlich der Blauen Nacht begrünte ich die Vestner-torbastei der Nürnberger Burg mit einer künstlichen Wie-se. Sie war so künstlich, dass sie nicht von dieser Welt schien. Ein magisches Leuchten, das die Bäume und Bänke erfasste, spiegelte die Sehnsucht nach einem un-erreichbaren Planeten, auf dem immer Sommer ist. Ne-ongrün strahlende Halme wiegten sich im galaktischen Wind, der auch die am Boden ausgelegte Folie zum Ra-scheln brachte, welche das Licht zusätzlich streute. Wo keine Folie war, konnte man das Gelände begehen und sich auf Bänken niederlassen.
Petra Krischke, www.petra-krischke.de

 

Communications de la SSP 28.09.2008

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